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Der Baum!
Ein Wildschwein aß gerade einen vom Baum gefallenen halb
faulen Apfel, als es von einem Rudel Wölfe gestört wurde. Es verschluckte das
letzte Stück und begann, zu laufen. Aber die Raubtiere folgten ihm nicht.
Wahrscheinlich hatten sie sich vorher ordentlich den Bauch vollgeschlagen und
waren nicht hungrig.
Das Schwein kam an eine Quelle, trank Wasser und suchte
weiter nach Futter. Währenddessen wanderte der Kern des Apfels durch seinen
Darm, ohne größeren Schaden zu nehmen. Am nächsten Tag wurde er an einer
sonnigen Stelle in der Nähe eines Baches ausgeschissen.
Es war Herbst und alles noch grün. Die Sonne schien und
manchmal gab es einen erfrischenden Regen. Der Kern begann, Wurzeln zu
schlagen, um Nährstoffe aus dem Boden zu ziehen. Die von Regenwürmern
aufgelockerte Erde erleichterte seine Arbeit. Manchmal kamen ein paar
Käferlarven und nagten einige seiner Sprösslinge an.
Der Winter war sehr kalt und die Erde um ihn herum fror
tief ein. Nichts regte sich in ihm, bis es wieder wärmer wurde. Jetzt begann
er, Flüssigkeit in die Wurzeln zu pumpen, um die alten zu beleben und neue
wachsen zu lassen. Er hatte sich so weit entwickelt, um seinen Kopf aus der
Erde zu stecken. Nach kurzer Zeit zeigte der Sprössling seine ersten Knospen,
aus denen kleine Blätter und später Zweige werden sollten. Hasen und Rehe
kamen und fraßen einen Teil davon ab, weil diese frisch und zart waren.
Blattläuse saugten seine Säfte und Ameisen beschützten diese Schmarotzer
gegen Marienkäfer und andere Feinde. Als er größer wurde, kamen Holzkäfer und
legten ihre Eier in seiner Rinde ab. Raupen von Faltern fraßen seine Blätter
kahl.
Im dritten Jahr kamen die ersten Blüten. Sofort wurden
sie von Bienen und langzüngigen Fliegen entdeckt und befruchtet. Jetzt
konnten sie zu Früchten werden. Die ersten waren natürlich ziemlich sauer und
das Kernhaus unausgereift. Aber ein Jahr später freuten sich alte Frauen
darüber und machten Kompott daraus.
Und so wuchs er nun Jahr für Jahr, trug immer mehr
Früchte, sein Laubwerk wurde dichter. Vögel bauten ihre Nester in seinen
Ästen und manchmal kamen Eichhörnchen, um diese Nester auszurauben. Jeden
Sommer kamen Kinder, kletterten auf ihm herum, erfreuten sich der süßen
Früchte.
Und dann wurde er alt. Der innere Teil des Stammes, das
Kernholz, starb ab. Ein starker Wind tat den Rest und er knickte um. Ein Wildschwein
aß den letzten Apfel mit Kernhaus und trug dieses weiter, um am nächsten Tag
an einer sonnigen, nicht zu trockenen Stelle wieder einen Kern abzulegen.
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Sonntag, 13. September 2015
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